Ahnen

Ein Thema, dessen Bedeutung nach meiner Beobachtung immer wichtiger wird, sind die Bedeutung unserer Eltern und Ahnen.

Schon Ereignisse, die bei der Zeugung und während der Schwangerschaft stattgefunden haben, wie z.B. eine Vergewaltigung, ein versuchter Schwangerschaftsabbruch, Streit der Eltern usw. haben einen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.

Ein wichtiger Einfluss wird natürlich durch den Erziehungsstil der Eltern beigetragen; kann Urvertrauen aufgebaut werden? Wird das Kind in seinem Selbstwert und Selbstvertrauen gestärkt oder niedergemacht? usw.

Ein Kind neigt dazu Familienmuster, Glaubenssätze, Programme und Vorurteile der Eltern ungeprüft zu übernehmen.

Verluste, wie z.B. der Tod eines Elternteils oder - weniger dramatisch - schon der Wegzug der besten Freundin, haben (oder können haben) ebenfalls gravierende Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.

Innerhalb der Ahnenreihe werden bestimmte Dinge „weitergegeben“, so z. B. bestimmte Emotionen wie Zorn oder Wut, ungelöste Thematiken, seelische Verletzungen und traumatische Erlebnisse (z.B. Kriegs- bzw. Fluchterlebnisse der Großeltern).

Jederman weiß, daß es Gene gibt, die eine Menge Eigenschaften von uns festlegen (z.B. die Größe, die Augen- oder Haarfarbe usw.). Was kaum bekannt ist, dass unsere Genetik gesteuert wird durch ein darüber liegendes System, genannt die Epigenetik. Methylgruppen, die sich an Gene anlagern, können so verhindern, dass diese gelesen werden. Histone können sich um Teile unserer DNA wickeln und so gezielt steuern, welche Teile unserer DNA überhaupt gelesen werden können und somit für uns verfügbar sind. Damit wird auch unsere Persönlichkeit beeinflußt. Diese epigenetischen Veränderungen (z. B. durch traumatische Erfahrungen) werden physisch und materiell an unsere Nachkommen weitergegeben und vererbt. Sie sind chemisch nachweisbar.

Ein weiters wichtiges Thema sind Treue- oder Loyalitätsverträge, die wir unseren Eltern geben (z.T. schon im Mutterleib), denn jedes Kind hat die feste Absicht den Eltern ihre Situation zu erleichtern. Das Kind schließt diese Verträge natürlich unbewußt ab, in dem Irrglauben, den Eltern damit zu helfen.

Um ein Beispiel zu nennen, könnte ein Treuevertrag eines kleinen Mädchens gegenüber ihrer unglücklichen Mutter so lauten:“Mutter, ich verspreche Dir, niemals glücklicher in einer Beziehung zu werden als Du es geworden bist!“ In dem Irrglauben, der Mutter das Leid zu ersparen, durch das Kind gezeigt zu bekommen, dass man in einer Beziehung auch glücklich werden kann, sie also quasi „versagt“ hat.